Baden kann man besser an der Ponente

11. Juli 2007 von sommerfrische

Die Hügelketten der Küste der Seealpen und des Apennin fallen ab ins Meer und bilden jeweils ein Vorgebirge, ein Kap (berühmt das Capo Mele bei Alassio, das man manchmal bis von der Toskana sehen kann), dazwischen dann Buchten, in denen sich das Stadt- (und Bade-) Leben entwickelt.
Die Buchten und ihre Strände sind durchwegs flach, da plantschen immer viele Kinder – in der Hochsaison drangvolle Enge.

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Eine S-Bahn

von sommerfrische

Zwischen Sestri Levante und La Spezia verkehren häufig genug Nahverkehrszüge, echte Bummelzüge, nicht immer nach Fahrplan. Sehr praktisch, um die cinqueterre zu erreichen, auch die anderen Orte, Bonassola, Deiva …
Dort wird man mit dem eigenen Auto ziemlich unglücklich, die kurvigen Straßen ziehen sich, und Parkplätze sind Luxus.
Für Tagesausflüge ist der Zug das Verkehrsmittel der Wahl, Japaner, Anglosachsen, alles ist unterwegs. In den engen cinqueterre drängen sich (allzuviele) Ausflügler, die Via dell’amore kostet seit Jahren Fußgängermaut.
Für die Standardwege zwischen den Dörfern braucht man keine Ausrüstung – die wurden auch schon auf hohen Absätzen bewältigt.

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Die Halbinsel von Portofino

10. Juli 2007 von sommerfrische

Besser zu Fuß und nicht im Stau auf der Küstenstrasse.

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Portofino – portodelfino

von sommerfrische

Das ist ein Inbegriff aller italienisch pittoresken Landschaftsschönheit, wie Capri, für die Superreichen, wenn die denn gelegentlich an Land gehen.
Im August kommt schon mal Berlusconi mit dem Hubschrauber für einen Abend, Stahlbarone hatten und haben hier ihre Villa – das Volk drängt sich im Dauerstau auf der engen Straße von Santa Margherita.

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Portofino Kulm – ein Grandhotel

von sommerfrische

Hoch auf dem Rücken der Halbinsel von Portofino mit weitem Blick ringsum aufs Meer baute man Ende des 19. Jahrhunderts ein Grandhotel – “Portofino Vetta”.
Als die Eisenbahn die Riviera erreichbar gemacht hatte und die bürgerliche Prosperität der europäischen Gründerzeit unter ihren Kaisern und Königen den Wohlhabenden Reisen erlaubte; ganz ohne Pass und mit Schrankkoffer und Zofe, die Kutsche brachte einem vom Bahnhof in Camogli.

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Was die Preise betrifft

von sommerfrische

Ligurien gilt als teuer, und was schon manche Einheimische aufregt: bereits auf Großhandelsebene gelten für Ligurien andere Preise als für andere Regionen Italiens, das sowieso kein “günstiges” Reiseland ist.
Materiell einsichtig ist das nicht, Eisenbahn und Autobahn führen schließlich auch nach hier.
Auch die Autobahn, die “autostrada dei fiori”, ist teurer als andere – was man allerdings verstehen kann, das Teil besteht nur aus Tunnels und Brücken. Und die italienischen Autobahnen wurden abschnittsweise von eigens gegründeten Gesellschaften finanziert.

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Trinkgeld gibt es nicht mehr

von sommerfrische

Das gilt natürlich nicht für die großen Hotels und teuren Restaurants, aber im täglichen Leben ruft einem der barista nach wegen des Kleingelds, das man großzügig zurückgelassen hat, und auch in den einfacheren Restaurants wird einem pingelig herausgegeben.
Es verträgt sich nicht mit der Würde freier Arbeitnehmer (wenn es denn so etwas gibt), Trinkgeld zu nehmen – das war durchaus ein Nebenton bei der Tarif-Reform vor vielen Jahren.
Vorher war das Personal in Gastronomie und Hotels wahrhaftig schlecht bezahlt, Kost und Logis, wenig Geld und viele Stunden Anwesenheit … doch das macht heute das Reisen nicht billiger.

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caffè Kaffee café coffee

9. Juli 2007 von sommerfrische

Latte macchiato, caffè macchiato, macchiato caldo, macchiato freddo, der oder die latte, cappuccino, cappuccio, lungo oder ristretto, caffè latte, dann die verschiedenen Methoden und Theorien des “corretto”, mit Alkohol korrigiert, decaf (ohne Coffein), Tassenformate, mit panna (Schlagsahne) – die US-Amerikaner erklären neidlos die Italiener als die Snobs des Kaffees.
Auch wenn sich Intellektuelle in San Franzisco anheischig machen, Retter und Erneuerer der globalen Kaffeekultur zu sein, sortenrein und mit hoher Kennerschaft die Kaffees dieser Welt zu pflegen.
Und mehr kommerziell als missionarisch (oder umgekehrt?) Standard-Shops in der ganzen Welt eröffnet werden.
Einer rannte verzweifelt durch das Städtchen, in dem seine Ferienwohnung war. Da war keine deutsche Kaffeemaschine – zur Erbitterung des Feriengastes konnte er dort und in weiterer Umgebung auch keinen dt. Kaffeefilterautomaten erwerben.
Ernsthafter: der “caffè” (”Kaffä”) in Ligurien ist gut. Manche Handelsmarken gibt es auch in Deutschland (wenn man auch zweifeln darf; die sind vermutlich für den deutschen Markt verändert, wie die Klamotten von Benetton, Olivenöl und manch anderes).
Wie der Kaffee wird, hängt auch vom Wasser ab, (und vom Wetter, behauptete ein barista). Je weiter man in Italien nach Süden kommt, umso besser wird der caffè, am besten ist er in Palermo. Dem barista dort von seinen Bohnen etwas abzuschwatzen, bringt jedoch überhaupt nichts. Der sizilianische caffè ist nicht transportabel …

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Ein Dreiklang

von sommerfrische

Bei der ersten Verkehrserschliessung Italiens im 19. Jahrhundert spielte Tourismus keine Rolle, und für die Küsten interessierten sich höchstens die Fischer.
Eisenbahn und Strasse wurde gebaut, wo es am einfachsten und direktesten ging, und so entstand der charakteristische Dreiklang aus Strand- Eisenbahn-Strasse oder Strand-Strasse-Eisenbahn; gegebenenfalls quer durch die Küstenorte.
Heute versucht man stellenweise, die Bahnlinien etwas ins Hinterland zu verlegen oder in Tunnels – das ist mühsam und teuer.
Selbst wo das gelingt, ist es dann nicht einfach, für die gewonnenen Flächen neue vernünftige Nutzung zu finden. Häufig genug wird dann einfach ein – willkommener (!) – Parkplatz draus, oder die Schneise in der Bebauung bleibt da, verwildert jetzt ohne Gleise …

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“vu cumpra”

von sommerfrische

“vu cumpra”, so wird man von ihnen angeredet und so nennt sie der Volksmund, auf bayrisch vielleicht “mogst kaffa” (”möchtest du kaufen”), oder “willste ma kauf’n”; das sind Schwarzafrikaner, die als fliegende Händler Strände und Fußgängerstraßen bedienen. Sie sind überall präsent, nicht sehr aufdringlich, unübersehbar. Schwer bepackt ziehen sie durch die heiße Sonne.
Wer sie ins Land geholt hat und erhält, ihnen Ware und Logis gibt, bleibt unklar, wenn auch der Volksmund Mafia und Polizei und Politik unterschiedslos verantwortlich macht.
Seit nunmehr dreissig Jahren verticken sie Ledergürtel, Sonnenbrillen und Taschen, Modeschmuck. Es macht wenig Sinn, sie zu schneiden oder zu ignorieren oder gar genervt zu sein; die Italienerinnen lassen sich freundlich etwas zeigen und sagen danke und das war’s.
Am Ende findet man sogar ein fake, das man eine Saison benutzt …
Umsicht allerdings bei den internationalen Prestige-labels: die italienische Polizei versucht gelegentlich, Markenpiraterie einzuschränken, und dann sind Schwierigkeiten nicht ausgeschlossen.

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Internet und fax machen Siesta

7. Juli 2007 von sommerfrische

Auf der Suche nach einem Internet-Cafe mag einem auch in mittleren Städtchen durchaus die Auskunft zuteil werden, derartiges gäbe es hier nicht, die Italiener hätten das “zuhause”. Ob das im Weltmaßstab stimmt ?!
Im Vergleich zu anderen Ländern, etwa Argentinien oder Thailand oder Deutschland, fällt auf, daß dort jedenfalls vielmehr öffentliche Gelegenheiten zu finden sind; von hot-spots ganz zu schweigen.
Wenn man aber so glücklich ist, einen öffentlich zugänglichen “punto internet” zu finden, muß man zunächst darauf gefaßt sein, sich auszuweisen – was mit gesetzlichen Bestimmungen zur Terrorismusbekämpfung begründet wird.
Händisch wird in ein großes Kanzleibuch eingetragen, der und der von dann bis dann sei an Rechner X … die Wirkung dieser Eintrage will einem ein Wunder dünken.
Gefaßt sei man auch darauf, daß mittags und ab halb acht Uhr abends die Rechner ausgeschaltet und der “punto” geschlossen wird. Abends um 10 Uhr – kein Gedanke.
Das ganze zu echten Monopolpreisen …. Wenn man denn auch Sonntags einen punto internet findet, dann wird der von Türken betrieben.

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Hunde am Strand (und im Restaurant)

von sommerfrische

Italien gilt nicht als besonders tierlieb, das ist aber so auch wieder nicht richtig. Die merkwürdigsten Hunde-Exemplare werden gehalten und ausgeführt, berüchtigt sind die riesigen mastino und Dobbermanns und andere furchteinflößende Bestien, aber auch putzige oder skurrile Exemplare, die man kaum der Hunderasse zurechnen möchte.
Die Strände haben durchweg ein Verkehrsschild “Hundeverbot”.
Die herrschende Meinung ist, wo Menschen baden (oder essen), da haben Hunde nicht zu sein, so sind auch die meisten Restaurants mit einem Hundeverbot gekennzeichnet. Der Hinweis, man hätte einen ganz braven Hund, der sich unter dem Tisch zusammenrollt, nützt einem garnichts und wird eher ungnädig aufgenommen. Und doch sieht man immer wieder einen Hund, wo er eigentlich nicht sein sollte. Wie immer eine Frage von Takt, Umständen – und Status.

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Strandbetrieb – Service und Status

von sommerfrische

Camogli ist ein fashionabler Badeort mit sommerlichem Hochbetrieb – der ganze Strand, das sind dreihundert Meter grobe Kiesel. Und doch ist dort keine Kabine zu bekommen und die Preise sehr heftig.

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Camogli, ein Rätsel

6. Juli 2007 von sommerfrische

Erklärungsbedürftig – die Hochhäuser Camoglis, das Manhattan der Levante.

Die Ansiedlung geht auf vor-römische Anfänge zurück, folgte dann in römischen und Genueser Zeiten der allgemeinen Geschichte Liguriens. Das heutige Stadtbild kündet jedoch von besonderen Geschicken und Entwicklungen des 19. Jahrhunderts.

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Riviera und die Côte d’azur

5. Juli 2007 von sommerfrische

Die Riviera und die Côte d’azur, das sind verschiedene Welten.
Amüsant ist das kleine Rivierabuch der Geschwister Mann, Klaus und Erika, die in den Zwanzigern eine Reise an das tyrrhenische Meer unternahmen und die Grandhotels unsicher machten. Als Kinder eines betuchten Literaten und dennoch notorisch mit zuwenig Geld …
Ihre Eindrücke sind gedruckt als Taschenbuch zu haben. Das ist kein Tagebuch und kein Reisebericht oder -führer – der Text hat von allem etwas, schildert lebendige Impressionen.
Die Weiterreise durch Ligurien (mit der Bahn selbstverständlich), hinterläßt ihnen offensichtlich gemischte Eindrücke, das mondäne kosmopolitische Leben war da nicht, Portofino war ihnen schlicht zu italienisch schön …

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Ligurien gibt es mindestens zwei …

von sommerfrische

Ligurien gibt es mindestens zwei, ganz abgesehen von Genua.

Der westliche Teil, la Riviera di ponente, “nach Sonnenuntergang”, mit Einflüssen von Frankreich und aus dem Piemont, mehr landwirtschaftlich geprägt, mehr Platz für Oliven und Blumen, heute die Blumen- und Palmenriviera, das war der Teil, wohin es die englische Aristokratie gegen Ende des 19. Jahrhunderts zog.
Berühmte Spuren: Die Gärten Hanbury an der französischen Grenze, manche Villa in Bordighera, San Remo (Sanremo) und Alassio und anderswo.

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Beutelustige Ligurer

von sommerfrische

Die weitreichendste Erwähnung der Ligurer hängt wohl an Herkules-Herakles.

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Geografisches – Via Aurelia

von sommerfrische

Auf den Landkarten erscheint Ligurien als flächig-schmaler Halbmond; das ist ziemlich irreführend.

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Ligurien? – Ligurien!

von sommerfrische

Meer und Strand oder wenig begangene Hügel und Berge, italienische Kunst und Küche … in Ligurien, an der Blumenriviera und ihrem Hinterland, am Vorgebirge von Portofino oder in den Cinqueterre und nebendran, ist das alles dicht beieinander.
Das Klima des ligurischen Küstenstreifens von Nizza bis La Spezia ist wegen der Abschirmung vor den kalten Nordwinden durch die Berge sprichwörtlich bekannt als eines der mildesten in Italien. “I monti ligurici e riviera – quasi avendo perpetua primavera!” (”Liguriens Berge, der Riviera Strand – als wär’ ihnen ewiger Frühling gesandt”) notierte Ariost vor 500 Jahren. Von Genua nach Osten die “Riviera di Levante”, bereits mit Anklängen an die Toskana, Richtung Frankreich die “Riviera di Ponente”, in deren Dialekten und Charakter sich schon die Côte d’Azur ankündigt – Nizza war ehedem eine italienische Stadt.

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