Ferragosto

8. August 2007 von sommerfrische

Ferragosto ist ein italienisches Phänomen. Strikt gesprochen ist es der 15. August, der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt – asunzione mariae. Den hat die christliche Kirche den “Ferien des Augustus” aus dem Altertum übergestülpt.
Dann die Tage um den 15. August als zeitlicher Rahmen, und der Exodus der gesamten Bevölkerung an die Küste, soweit sie dazu irgend in der Lage ist.
Übertragen bezeichnet ferragosto also auch die Spitzen-Überfüllung von Strand und Meer in der Woche um den 15. August, Werksferien bei Fiat etc.
Der Ansturm verfliegt aber sehr rasch wieder, am 19./20. je nach Lage des Wochenendes, ist alles wieder normal. (Und nach dem 10. September hat man Strände und Unterkunft sowieso wieder weitgehend für sich allein – wenig Betrieb, die große Sommerhitze ist gebrochen, auch die Preise sind Zwischensaison.)

Die klassische Villeggiatura – die Sommerfrische – war etwas anderes: die Familien wurden für die Sommermonate, entsprechend der langen italienischen Sommerferien, ans Meer verfrachtet, am Wochenende und für zwei drei Wochen kam auch das Familien-Oberhaupt – zu ferragosto. Inzwischen ist das seltener geworden.
Auch sich ein Sommerquartier monatsweise zu mieten, jedes Jahr dasselbe, wird weniger und weniger üblich – und erschwinglich.
Viele Familien allerdings haben ein Zweithaus an der Küste oder in ländlichen Gegenden, und da fährt man dann jedes Jahr hin. La seconda casa – das kann auch ein Appartement in einem erschlossenen Gebiet auf Sardinien sein.
Die Gepflogenheiten ändern sich auch hier, kürzere Aufenthalte werden häufiger schon aufgrund des veränderten Arbeitslebens, die organisierte Flug-Reise zu touristischen Horizonten wird in Italien zu den gleichen Bedingungen wie in Deutschland angeboten.

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