Italien wird ordentlicher

1. Oktober 2007 von sommerfrische

Ganz zweifellos, das öffentliche Italien wird ordentlicher, mindestens im Norden. Man weiß nicht, ob man sich darob beunruhigen soll, aber es ist so:

– nicht nur wird, zur Verblüffung der zivilisierten Welt, das Rauchverbot an öffentlichen Orten einigermassen eingehalten (was nicht heißt, komplett. Wenn das Restaurant seinen Turnus so ziemlich absolviert hat, heißt es schon mal, „… ihr könnt ruhig rauchen, es ist ja keiner mehr da …“; auch nicht, daß kein Rauchernachwuchs da wäre: die coole Schönheit, die in einem Provinznest mit Zigarette auf der Vespa daherrauscht, muß erstmal getoppt werden!),
– auf den Autobahnen wird inzwischen durchaus moderat gefahren, die Führerscheinpunkte zeigen Wirkung,
– in der Stadt heben bürgerliche Passanten herumliegenden Abfall auf, und der junge Galan macht einen Umweg zum nächsten Abfalleimer, die Straßenreinigung wird wirkungsvoller,
– ein energischer Kabarettist versetzt die teuersten Parlamentsabgeordneten Europas soweit in Aufregung, daß sie auf das Privileg eines parlamentarischen Barbiers verzichten und ihren Kaffee zu Marktpreisen bezahlen wollen; nicht nur, das Statussymbol der „Blauen Autos“ (dicke Karossen auf Steuerkosten für die Abgeordneten) und anderes steht in Gefahr, mehr Steuerehrlichkeit wird geübt oder durchgesetzt, eine Koalitionsregierung mit fast einhundert Mitgliedern (und den dazugehörigen Kosten) gilt nicht mehr als Gipfel italienischer Staatskunst, überhaupt, die „Kosten der Politik“ werden thematisiert,

… man weiß nicht, ob man sich beunruhigen soll?

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