die cinqueterre sind schön

8. Juli 2008 von sommerfrische

… aber nicht einfach. Das gilt fast in jeder Hinsicht. 
5terre oder Cinque Terre oder cinqueterre, die fünf Dörfer, das bezeichnet einen dramatischen Küstenabschnitt, wie es am Mittelmeer wohl wenig andere gibt.
Das ganze ist wenige Kilometer lang, von wenigen Menschen bewohnt. Einerseits die schwierige Steilküste, andererseits die Schönheit der mit unendlicher Geduld gebauten und gepflegten Terrassenlandschaft, bekannt die Zitronen, der Wein. Schwer zugänglich das Meer, weit der Blick bis Portofino, gelegentlich bis Alassio und Korsika.
Bis zum Bau der Eisenbahn kam man da nur per Boot oder über höchst beschwerliche Fußpfade hin. Die Zugänge per Straße sind kaum einige Jahrzehnte alt, für einen Besuch ist das Auto absolut ungeeignet … man benutzt den Zug als S-Bahn, oder besser das Schiff.
Wenn man ankommt, in einem der kleinen Orte, da drängeln sich die verschiedensten Völkerschaften, sogar die via d’amore verlangt Eintritt, man versteht nicht, was daran so attraktiv sein soll. Je weiter nach oben man steigt, desto schöner wird die Welt, man beginnt zu sehen, was mit dem berühmtesten Geheimtipp Italiens gemeint ist. Aber das kostet mehr Anstrengung, als die meisten aufbringen wollen. Und es steht keineswegs an jeder Ecke ein Wirtshaus.
Der „parco nazionale“ mit seinem spiritus rektor Bonanini hat Mittel organisiert, Informations-Einrichtungen für den Tourismus geschaffen, Ranger eingestellt, Wege markiert und gerettet, eine cinqueterre card mit allerlei Vergünstigungen etabliert, ein Paten- und Partnerschaft Programm initiert, das die alten Terrassen und ihre Mauern bewahren will, und müht sich um die Wasserqualität des küstennahen Meeres …
Nennenswerte touristische Infrastruktur gibt es nur in Monterosso, im wesentlichen mit Pensionsbetrieb, sonst außer den gelegentlich aufdringlichen Zimmervermietern eher wenige Übernachtungs-Möglichkeiten; doch findet man in jedem der Dörfer ein Zimmer oder Appartement – mit viel Glück auch ein Haus irgendwo in den Hängen.
Abendliches Leben findet man im wesentlichen in Monterosso und sommers in Riomaggiore, ansonsten kehrt nach dem überbordenden Ausflugsbetrieb tagsüber bald Ruhe ein.

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