google-Karten

1. März 2008 von sommerfrische

Das ist eine kleine Falle: um eine Ortschaft oder anderes leichter zu lokalisieren, ist man leicht verlockt, einen entsprechenden link auf maps.google.com zu setzen.
Nun nutzt Google das zugrundeliegende Kartenmaterial per Lizenzvereinbarung. Ein nicht nur privater Service ist damit teuer.

Aus den aktuellen Google faqs für den service:

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Wasserkocher & co.

von sommerfrische

Man hat so seinen lieben Gewohnheiten, wie man sein Frühstück gestaltet oder sonstwas.
Kaffee ist in jedem Land etwas anderes, und so kommt es gelegentlich zu Konflikten, wenn man wenigstens in seinem Feriendomizil seinen heimischen Filterkaffee herstellen will.
Italien kennt das Verfahren nicht oder nur vom Hörensagen, nur in ausgesprochen Tourismus-orientierten Situationen wird das angeboten. Und nur wenige Ferienwohnungen verfügen über einen Filterkaffee-Automaten, den man auch kaum irgendwo kaufen kann. Und wenn man den denn findet, sollte man seinen Kaffee mitgebracht haben, weil die deutschen Geschmacksvarianten (Röstungen / Sorten) vor Ort nicht zu haben sind.
Auch einen elektrischen Wasserkocher sucht man meist vergebens; schon weil das Kochen mit Strom teuer ist, und man Wasser auch in einem kleinen Kochtopf auf dem Gasherd erhitzen kann. Und Toaster sind auch nicht weit verbreitet.

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Olivo und Maria

20. Januar 2008 von sommerfrische

in den frühen 70ger Jahren, die ersten Deutschen kauften in verlassenen Weilern im ligurischen Hinterland verfallende Häuser und begannen, sie wieder bewohnbar zu machen.
Poggio B. war ein kleiner Weiler, schon hinter der ersten Hügellinie, vielleicht fünfzig aneinander gebaute Häuser, in denen noch 30 Menschen lebten, nicht alle mehr ganz komplett. Man hatte Haus und Garten und Oliven und Holz und Kleintiere und Wein, alles, nur (fast) kein Geld. Manchmal kam der Fisch-Händler herauf, mit dem Fahrrad, auf dem Gepäckträger ein paar Kilo Sardinen, die den allgemeinen Speiseplan bereicherten.
Tatkräftige Hilfe bot Remo, Mini-Bauunternehmer im Nachbartal und Instanz für alles. Er war weit über dem Rentenalter, jeden Tag mit seinem Esel unterwegs, unermüdlich aber ohne stress tätig. Er verachtete alle, die sich zur Ruhe gesetzt hatten, war stolz auf seinen Bauern-Wein (wenn der auch eine gewisse Tendenz zum Essig zeigte), verwahrte die Schlüssel für die Deutschen und bezahlte deren Stromrechnungen und Grundsteuern.
Olivo war ein einfacher Olivenbauer. Er lebte mit Maria in Poggio B., ein Sohn war an die Küste gegangen und betrieb dort eine Pizzeria. Maria war die Grande Dame der Fraktion, mit immer gepflegtem weißem Haar. Sie war verantwortlich für das (einzige) Telefon, das die Gemeinde zum allgemeinen Nutzen in ihrem Haus installiert hatte, und hatte auch einen Fernseher, der immer lief und niemanden interessierte, war dazu Verteilungsstelle für die Post. Außen an dem Haus war ein Ofen, der zum Brotbacken diente. Ein Fest war es, wenn Maria dort eine torta pasqualina herstellte, Brotteig und Artischocken, Mangold, Eier, Öl … Jeden Tag zog Olivo mit seinem Esel in die Hügel, brachte Gemüse und Holz, wenn er auch anfing, über allerlei Zipperlein zu klagen. Es stellte sich später heraus, daß er zu Kriegszeiten in die Berge gegangen war – als Partisan. Das hinderte ihn nicht, mit der nächsten Generation gut Freund zu werden. (Ihr wärt auch Partisan geworden, erkärte er …)
Irgendwann verbesserte die Gemeinde die Straße, einige Ladungen Beton befestigten den Weg. Dort konnte man zu Weihnachten Tisch und Stühle hinaus stellen und festlich in der Sonne tafeln.
Das war auch die Zeit der Olivenernte. Mit Olivo und Esel ging es in die Terrassen, mit Stöcken und Netzen, mühsame Arbeit. Viele hundert Kilo Oliven, mit Schaufel und Gitter Frucht und Blätter trennen, schnell schnell in die Ölmühle damit. Gnädig verkaufte Olivo von den selbstgeernteten Oliven. Eine Beladung für das frontoio sind 12 „Maße“, das ist ca. 150 Kilo. In Säcken, und die verlieren schon unter dem eigenen Gewicht kostbares Öl. Am Ende sind das dann vielleicht 35 kg Öl, die „sansa“ (das was übrig bleibt), dient zu heizen. Der Pkw für den Transport roch noch monatelang nach Oliven …

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Comeback an der Riviera

1. Januar 2008 von sommerfrische

Schroffe Küsten, liebliche Fischerdörfchen und mittelalterliche Bergorte: Ligurien wurde lange von Touristen vernachlässigt. Nun entdecken vor allem Kultur- und Ruhesuchende den schmalen Küstenstreifen zwischen San Remo und dem Cinque Terre für sich.

Hinter San Remo geht die Sonne langsam unter …

So schreibt Silja Schriever im Spiegel (24. September 2007): Comeback an der Riviera

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Ikea in Ligurien

1. November 2007 von sommerfrische

Manches gutes Design kommt aus Italien – was nicht zwingend heißt, daß die gute Stube auf dem Lande durchweg modernen Vorstellungen entspricht.
Häufig genug überleben Möbel Generationen, und auch neugefertigte Stücke einfacherer Natur orientieren sich gerne an älterer Machart und bürgerlichem Status.
Grade in ländlichen Gebieten finden sich in Häusern mit tendenziell eher kleineren Zimmern viele dunkle (alte) Möbel. Ganz unabhängig von ihrem ästhetischen Wert oder Erhaltungszustand – heutige jüngere Wohnideen sind anders.

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München – Genua

von sommerfrische

Als Einstimmung auf eine Reise nach Süden wird einem gelegentlich ein bekannter Dichterfürst zur Lektüre empfohlen.
Manch anderes ist ebenfalls aufschlussreich.

Heinrich Heine, 1828 (Zitate nach den Reisebildern):

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Italien wird ordentlicher

1. Oktober 2007 von sommerfrische

Ganz zweifellos, das öffentliche Italien wird ordentlicher, mindestens im Norden. Man weiß nicht, ob man sich darob beunruhigen soll, aber es ist so:

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In giro

10. September 2007 von sommerfrische

Das ist eine dieser nicht recht übersetzbaren Redewendungen – „unterwegs“ vielleicht noch am ehesten, hier an-/abwesend oder dort an-/abwesend, mit allen möglichen Nuancen.

Dies Motto hat sich Frau von Appen auf ganz persönliche Weise zu eigen gemacht:

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Sonne, Licht und Wärme

8. September 2007 von sommerfrische

Wenn man in die Ferien fährt, sucht man meist die Sonne. Eine typische erste Amtshandlung, wenn man sommers irgendwo im Süden ankommt, ist es, Fensterläden oder Jalousien weit zu öffnen.
Die sind meist geschlossen, auch die einfachsten Wohnungen haben einen Sonnenschutz, die „persiane“ dürfen nirgends fehlen. Und die fast überall ständig herabgelassenen Jalousien bedeuten keineswegs, daß die Bewohner abwesend sind.
Wenn alles gut geht, genießt man Aussicht und das Sonnenbad in den „eigenen“ vier Wänden, richtet sich häuslich ein, fängt dann an, die Umgebung zu erforschen.
Spät abends kommt man zurück, schläft. Spätestens nach der zweiten Nacht stellt man fest, es ist warm, vielleicht zu warm zum schlafen.

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Pelota – balun

4. September 2007 von sommerfrische

Die Basken sagen, sie hätten die älteste Sprache und das schnellste Ballspiel der Welt.
Das Ballspiel heißt Pelota (Kugel), das ist der baskische Volkssport, im Ausland wenig bekannt. Allerdings, in Mailand gibt es eine Halle dafür, in der ein reger Spiel- (und Wett-) Betrieb herrscht. Es geht zu wie auf der Galopprennbahn, bis spät abends.

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Santa Margherita – Lévanto

1. September 2007 von sommerfrische

Die Mailänder entdecken Lévanto

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An die Riviera fliegen

29. August 2007 von sommerfrische

Der sprichwörtliche genuesische Geiz und italienische Innenpolitik verhindern nach wie vor einen annehmbaren Flugpreis nach Genua / Cristoforo Colombo; bis auf Ausnahmen, natürlich.

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Ein Ferienhaus mit pool

26. August 2007 von sommerfrische

das wird viel nachgefragt – ist aber eher die Ausnahme in Ligurien. Anders als in der Toskana, schon aus den Gegebenheiten des Geländes; eine weitläufige Hügellandschaft wie die toskanische bietet sehr viel mehr Möglichkeiten als die beengte Küste der Riviera. Ligurien ist eng und steil (und eine ewige Baustelle); jeder halbwegs ebene Quadratmeter ist das Ergebnis einer Baumaßnahme. Nur an der Küste selbst sind einige ebene Abschnitte, die sind dicht bebaut, flaches Land gibt es nur bei Albenga.

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Sommerfrische?

24. August 2007 von sommerfrische

Den besten Hinweis, was das sei, liefert einmal mehr das Deutsche Wörterbuch von J. und W. Grimm. (Leipzig: S. Hirzel 1854-1960)

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Klima und Wetter

21. August 2007 von sommerfrische

In Italien pflegt im Sommer die Sonne zu scheinen. Das mag man so stehen lassen, auch wenn heftige Unwetter sogar im Hochsommer die Flüsse über die Ufer treten lassen können.
Hauptniederschlagszeit, anders als nördlich der Alpen, ist der Winter.
Dabei ist die Vegetationsperiode noch in der Poebene ähnlich wie in Bayern, ist kaum länger, die Bäume schlagen 10 Tage vielleicht früher aus und verlieren die Blätter 10 Tage später.

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Oliven sind bitter

15. August 2007 von sommerfrische

Sie werden im Winter geerntet – und das ist harte Arbeit. Die bitteren Früchte müssen für den Verzehr weiterverarbeitet werden. Meist zu Öl, aber nicht nur.

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Saturday night and sunday morning

12. August 2007 von sommerfrische

Ganz trendabhängig ist irgendwo/irgendwann eine location plötzlich „in“ – das ist noch nicht mal eine location, sondern ein Straßenstück mit 1,5 discos und entsprechenden Ausschankeinrichtungen.
Das kann die grobfichtene Strandbar im borgo X sein, oder der alte Hafen von Y oder …
Da fährt man dann hin von weither, Samstags im Hochsommer, steht bis 3 Uhr morgens herum, wenn man jünger als 18? 25? 32? ist, die Jungs cool, die Mädels genau so, aufgebrezelt nach der jeweiligen Ansage.
Es wird viel geredet und gelacht, nicht wirklich viel getrunken, von irgendwoher Musik. Manche erwischen dennoch etwas Alkohol, doch allenfalls eine kleine Rempelei, am Hafen drunten, keine Angst, alles strikt intern, die Polizei regelt den Verkehr.
In Andalusien ist das alles viel heftiger.

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Ferragosto

8. August 2007 von sommerfrische

Ferragosto ist ein italienisches Phänomen. Strikt gesprochen ist es der 15. August, der katholische Feiertag Mariä Himmelfahrt – asunzione mariae. Den hat die christliche Kirche den „Ferien des Augustus“ aus dem Altertum übergestülpt.
Dann die Tage um den 15. August als zeitlicher Rahmen, und der Exodus der gesamten Bevölkerung an die Küste, soweit sie dazu irgend in der Lage ist.
Übertragen bezeichnet ferragosto also auch die Spitzen-Überfüllung von Strand und Meer in der Woche um den 15. August, Werksferien bei Fiat etc.
Der Ansturm verfliegt aber sehr rasch wieder, am 19./20. je nach Lage des Wochenendes, ist alles wieder normal. (Und nach dem 10. September hat man Strände und Unterkunft sowieso wieder weitgehend für sich allein – wenig Betrieb, die große Sommerhitze ist gebrochen, auch die Preise sind Zwischensaison.)

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Alassio hat einen großen Namen

4. August 2007 von sommerfrische

in Italien und italienischen Ohren – ein wenig weniger in Nordeuropa, wo Rentner- und Bustourismus in den sechziger Jahren nicht sehr imagefördernd waren.

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Schiefer – Ardesia – Lavagna

2. August 2007 von sommerfrische

Lavagna, so nannte man ehedem die Schiefertafel in der Schule. Ein Ort am Talausgang von Fontanabuona an der Riviera di Levante heißt so, aus den Steinbrüchen des Valfontanabuona kam das Gestein, schon zu Römerzeiten und früher.
Am Bau heißt der Schiefer Ardesia, man macht Treppen draus (aufwendig zu pflegen), oder deckt Dächer damit. Als steinerne Platte für einen Außen-„Grill“ oder als Basis für Billiardtische ist das Material perfekt.
Anders als der französische Schiefer wird der ligurische im direkten Sonnenlicht hell, das nennt man dann cotto – gekocht; das ist ein sehr charakteristisches ligurisches Architektur-Element.
Nur sterben mittlerweile die Schiefer-Steinbrüche und die zugehörigen Verarbeitungsbetriebe, mangels Konkurrenzfähigkeit.
Das Material wird heute weitaus billiger aus China importiert, die Arbeitskosten sind hierzulande viel zu hoch geworden.
Die Chinesen kaufen mit dem Erlös dann Erdölrechte in Afrika.

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